4.28 Elementarmethode "Objektentwurfstechnik" (OBJE)


1 Identifikation/Definition der Methode

/ ESA, 89 / S. 1-12

Die Notationsformen, wie sie in / ESA, 89 / angegeben sind, sind beispielhaft zu sehen.


2 Kurzcharakteristik der Methode


Ziel und Zweck

Ziel der Methode "Objektentwurfstechnik" (OBJE) ist es, die Architektur eines SW-Systems mit Hilfe von Objekten und deren Anordnungs- und Kommunikationsstruktur zu beschreiben. Die "Objekte" sind hierbei als Elemente der SW-Architektur zu verstehen, d. h. sie repräsentieren SW-Komponenten, SW-Module und Datenbanken.


Darstellungsmittel

Darstellungsmittel der Objektentwurfstechnik sind Objektdiagramme.

Ein Objekt ist charakterisiert durch einen eindeutigen Namen, die Angabe der objektspezifischen Daten sowie der auf diesen Daten möglichen Operationen, Verweise zu anderen Objekten ("benötigte Operationen") und Angabe der für andere Objekte zur Verfügung gestellten Operationen und Daten. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen "aktiven" Objekten (d. h. diese enthalten einen eigenständigen Kontrollfluß) und "passiven" Objekten (d. h. diese werden nur aktiv, wenn eine Operation von anderen Objekten angestoßen wird). Objekte, die nicht weiter zerlegt werden, werden als "terminale Objekte", das oberste Objekt der Hierarchie als "Wurzel-Objekt" bezeichnet.

Objektdiagramme stellen das Wurzel-Objekt, dessen Eigenschaften und Verfeinerung in weitere Objekte bis hin zu den terminalen Objekten grafisch dar. Insbesondere kommt hierbei die Aufrufstruktur der Objekte ("Benutzt"-Relation) zum Vorschein.

Beispiele möglicher Notationsformen für Objekte und Objektdiagramme sind im Rahmen der weiterführenden Literatur angeführt.


Funktioneller Ablauf

Die Objekte der ersten und zweiten Entwurfsebene (unter Einschluß aller aktiven Objekte) werden identifiziert und das entsprechende Objektdiagramm erstellt. Die externen Stimuli (synchrone und asynchrone Ereignisse) werden verknüpft mit den Objekten, die sie stimulieren. Die Objekthierarchie wird verfeinert bis zur Stufe terminaler Objekte.


3 Grenzen des Methodeneinsatzes

Die Methode OBJE wird für realzeitorientierte Systeme mit nebenläufigen Prozessen zum Entwurf und zur Darstellung der SW-Architektur verwendet. Bei einem funktionsorientierten, klassischen Entwurf ist gegebenenfalls STRD die geeignetere Methode.


4 Detaillierung der Methodenzuordnung


4.1 OBJE in Aktivität SE  4.1-SW "SW-Architektur entwerfen"

Durch die Methode OBJE wird die statische Programmstruktur der Software festgelegt. Es erfolgt die Identifikation aller aktiven und passiven Objekte sowie deren Aufruf- und Kommunikationsstruktur. Die aktiven Objekte werden hierbei basierend auf den in Aktivität SE  4.1-SW "SW-Architektur entwerfen" identifizierten Prozessenentworfen.

Ab der Evaluationsstufe E5 sind die Entwurfskonzepte hierarchische Dokomposition, Abstraktion und Datenabschottung in verschärftem Maße umzusetzen.

Die Methode deckt das Teilprodukt "Übersicht der SW-Komponenten, SW-Module, Prozesse und Datenbanken" vollständig ab.


5 Schnittstellen

- entfällt -


6 Weiterführende Literatur

/ Booch, 87 /,
/ Buhr, 84 /,
/ ESA, 89 /,
/ Shumate, 92 /