1 Charakterisierung der Schnittstelle
Die Methode KFM ist eine Erweiterung der Methode DFM im Hinblick auf Realzeit-Anwendungen, d. h. KFM setzt die E"istenz von Datenflußdiagrammen voraus (Typ "direkte Einbindung"). Bei der grafischen Präsentation in Flußdiagrammen ist dies auf zwei Arten möglich / Hatley, 87 /:
Eine derartige Erweiterung ist für jedes Datenflußdiagramm auf jeder Hierarchiestufe einschließlich dem Konte"tdiagramm möglich.
Das Datenflußmodell und das Kontrollflußmodell drücken eine unterschiedliche Sichtweise aus: Während bei der Methode DFM die Strukturierung der Datenflüsse durch das System und die Identifikation der Prozesse im Vordergrund steht, wird mit der Methode KFM dargestellt, wie die Kontrollfüsse die Prozesse beeinflussen. Das Kontrollflußmodell gibt hier jedoch nur die strukturellen Zusammenhänge an, erst die Kontrollspezifikation beschreibt die Wirkung exakt (siehe Schnittstellenbeschreibung KFM - ZUST).
2 Beispiel
Abbildung 4.6: Beispiel für Datenflußdiagramm
Abbildung 4.7: Beispiel für Kontrollflußdiagramm
Erläuterung
Das Datenflußdiagramm (Abbildung 4.6) beschreibt die prinzipielle Funktionsweise eines Fahrscheinautomaten. Das Beispiel ist so beschaffen, daß es sich auf einem einzigen Diagramm ohne tiefere Verfeinerungsstufen darstellen läßt. Das Datenflußdiagramm zeigt, welche Daten durch welche Prozesse verarbeitet werden, nicht aber, wie ein Kaufvorgang abläuft. Die Abfolge der Aktivierung und Deaktivierung der Prozesse bei einem Kaufvorgang wird im zugeordneten Kontrollflußdiagramm (Abbildung 4.7) ausgedrückt. Das Kontrollflußdiagramm enthält als Gerüst die gleichen Prozesse wie das Datenflußdiagramm. Anstelle der Datenflüsse finden sich jedoch Kontrollflüsse und zusätzlich der Kontrollbalken. Kontrollflüsse, die von einem Prozeß zum Kontrollbalken gehen, lösen in Abhängigkeit vom Zustand des Systems Aktionen aus. Die ausgelösten Aktionen bewirken, daß ein oder mehrere Prozesse aktiv werden. Dieser Zusammenhang wird in der Kontrollspezifikation zum Ausdruck gebracht (siehe Schnittstelle KFM - ZUST). Die ausgelösten Aktionen werden durch Kontrollflüsse, die vom Kontrollbalken zu einem Prozeß gehen, dargestellt. Auf den Mechanismus der Kontrollspezifikation wird bei der Schnittstellenbeschreibung KFM - ZUST näher eingegangen.
3 Werkzeugunterstützung
Die separate bzw. kombinierte Darstellung von KFD und DFD, der Wechsel der Sichtweisen sowie Konsistenzprüfungen zwischen den verschiedenen Diagrammtypen wird in der Regel von Werkzeugen geleistet, welche SA- und RT-Modellierung unterstützen.
Literatur
/ Hatley, 87 / Beinhaltet im Teil VI mehrere Beispiele zur Realtime-Modellierung.
/ Raasch, 91 / Kapitel 5 erläutert das Zusammenspiel der Komponenten anhand von Beispielen.